Beschreibung
Lange hat draußen das Schild »Bis auf Weiteres geschlossen« gehangen, bis Elisabeth die Entscheidung trifft, die Bäckerei weiterzuführen. Sie allein. Jeden Morgen feuert sie an, rührt den Teig, schiebt die Brote in den Ofen – und überrascht das ganze Dorf und sich selbst dazu. In derselben Gegend Alois’ Hof. Ein Hof, seit Generationen in Familienbesitz, Alois wurde nicht gefragt, ob er ihn übernehmen wollte. Er lebt mit dem Hund, überhört die Erwartung, eine Familie zu gründen – aber etwas schnürt sich zu. Vielleicht hat das mit Camenzind zu tun. Unterdessen kehrt eine junge Frau ins Dorf zurück; die drei Stufen zur Bäckerei laufen sich wie von selbst. Bei den Großeltern holt sie den Schlüssel zum Sommerhaus, es soll verkauft werden. Sie sieht alles wieder, den Bergkamm, das Tal, den Balkon mit der Zugbrücke. Bald, so scheint es ihr, beginnt das Haus mit ihr zu sprechen.
Der Roman verfolgt drei Figuren, die nichts voneinander wissen und doch verbunden sind – durch die Gegend, das Dorf und die drängende Frage, wie es eigentlich weitergehen soll. Hartnäckig haben sich in ihnen weitläufige Spuren von Vergangenem festgesetzt, aber dann gerät doch etwas in Bewegung. In ihrem sprachlich dichten Debüt beobachtet Mariann Bühler, wie Veränderung sich ihren Weg sucht und Verschiebungen passieren, die so nie vorgesehen waren, die zuweilen sogar Berge versetzen.
Pressestimmen
»Wahre Selbstbestimmung kann in den kleinsten Gesten liegen, in der
Eroberung jenes Lebens, das doch das eigene ist – davon erzählt dieser
kluge und bewegende Roman.« Yael Inokai
»Ein höchst gelungenes Debüt, das leise Töne anschlägt, es aber in sich hat.« Simon Leuthold / SRF 1, Buchzeichen
»Sieben Jahre arbeitete Mariann Bühler an ihrem Romandebüt, jetzt ist mit Verschiebung im Gestein ein
moderner Heimatroman erschienen, fern von Bauernkitsch, aber doch nah
an der ländlichen Idylle. Ein langer Schreibprozess, der sich mehr als
ausbezahlt hat.« Kathrin Signer / bz Basel
»Verschiebung im Gestein ist Mariann Bühlers Debüt. Debüt ja, aber bereits ein Meisterstück!« Gallus Frei / Literaturblatt
»Verschiebung im Gestein
ist ein Text, der mir zeigt, dass Literatur Welten eröffnen kann und
der mir zeigt, dass Literatur Welten eröffnen kann und der mir in diesen
Welten Gastrecht gewährt über das Ende der Lektüre hinaus.« Gianna Molinari / 041 Luzerner Programmzeitung
»Die
drei Figuren werden subtil und detailliert in ihrem von Vergangenheit
und Erwartungen verstellten Alltag gezeigt und in einen unspektakulären
Aufbruch begleitet. (...) Kurze Zwischentexte beschreiben Abhänge,
Krusten, Spalten und Gesteinsmassen und sind Nature Writing und
Poetologie in einem.« Verena Stössinger / Programmzeitung Basel
»Verschiebung im Gestein
ist ein ruhiges Buch, eine Geschichte, die sich offenbart wie die
Landschaft und die getragen wird von der präzisen, bildreichen Sprache.
Wer sich auf diese literarische Wanderung einlässt, lernt ganz nebenbei
auch etwas über sich selbst.« Tamara Schuler / Viceversa
»Mariann
Bühler schaut genauer hin. In ihrem Romandebüt nutzt sie die Fähigkeit
der Literatur, ins Innere vorzudringen. Ins Innere der Stube, des Stalls
und der Bäckerei, ins Innere des gelebten Lebens und der Menschen.« Martin Läubli / NZZ, Bücher am Sonntag
»Mariann
Bühler erzählt diese Geschichten vom Weggehen ganz schlicht und sehr
direkt. Deren schönste Pointe liegt darin, dass man auch weggehen kann,
indem man wie Elisabeth bleibt, wo man ist.« Roman Bucheli / NZZ
»Im Roman Verschiebung im Gestein zeigt
sich das außergewöhnliche erzählerische Talent von Mariann Bühler. Die
Autorin hat ein einfühlsames, bildstarkes und vielschichtiges Buch über
alltägliche Aufbrüche
geschaffen, nah an den Figuren, voll existenzieller Kraft, gekonnt montiert, dicht und leicht.« Manuela Waeber / Jury Schweizer Buchpreis 2024
»Sprachlich virtuos und mit großer Empathie für die Figuren ist der Roman überall gerne empfohlen.« Elfriede Weber / ekz Bibliotheksservice