Beschreibung
Herbst 1977. Das Familienanwesen in Lausanne wird nach dem
Tod des Großvaters geräumt. Auch die dreizehnjährige Clémence
ist dabei. Man erwartet Vincent, erfolgreicher Kunsthändler und
Frauenheld, der alle zu elektrisieren scheint. Clémence hat sich in
ihren Onkel verliebt; fünf Jahre später wird sie seine Geliebte. Als
das Abenteuer bekannt wird, geht ein Beben durch die ganze Fa-
milie; allein – die Vorwürfe richten sich vor allem gegen Clémence.
Der Roman erzählt, wie dieses für alle einschneidende Ereignis jahrzehntelang nachwirkt, und beleuchtet eine unfreiwillige Komplizenschaft der Frauen: Clémence, von ihrer Eroberung fasziniert wie verunsichert; Judith, ihre Mutter, der alles entgleitet; Anne-Lise, die Vincent jeden Seitensprung verzeiht; Nancy, beharrlich die schützende Hand über den Sohn haltend.
Mit der ihr eigenen Kunst, Geheimnisse und Zweideutigkeiten in Szene zu setzen, stößt Pascale Kramer in das komplexe Innenleben einer Familie vor. Sie erkundet nicht nur weibliches Begehren, sondern auch die Nachsichtigkeit der Frauen; Nachsichtigkeit gegenüber Feigheit, Taktlosigkeit, Verrat und Kälte der Männer, Männer, die heutzutage wegen Vergewaltigung oder Missbrauch vor Gericht stehen würden.
Pressestimmen
»Pascale Kramer ist eine Meisterin der Zwischentöne. Eine, die die Zeichen der Zeit – und des Zeitgeistes – virtuos dechiffriert.«